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Transparenzpreis von PwC
![]() Deutschland – ein Land der Spender. Die Deutschen spendeten 2007 alleine für soziale Zwecke rund 2,4 Milliarden Euro. Das gesamte jährliche Spendenaufkommen in Deutschland liegt Schätzungen zufolge bei drei bis fünf Milliarden Euro. Aber was passiert mit den Spenden?
Spendenaffären wie bei Unicef haben das Vertrauen der Öffentlichkeit erschüttert und dem Ansehen der Spendenorganisationen geschadet. Die Spender fordern mehr und mehr Transparenz darüber, was mit ihrem Geld passiert. Die Organisationen müssen dem nachkommen. Denn ohne Transparenz kein Vertrauen. Und ohne Vertrauen keine Spenden. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wird es für die einzelnen Spendenorganisationen zukünftig immer wichtiger werden, Transparenz herzustellen.
Verbindliche Standards oder Regeln wie für börsennotierte Unternehmen, wie Transparenz herzustellen ist, gibt es in Deutschland nicht. Mit dem Transparenzpreis will die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) deutschen Organisationen Orientierungshilfen in Form von Best-Practice-Beispielen geben, indem sie die besten Jahresberichte öffentlich auszeichnet. Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Rechnungslegung und Prüfung der Georg-August-Universität Göttingen hat PwC einen Kriterienkatalog entwickelt, der speziell auf die Beurteilung der Berichterstattung von Spendenorganisationen zugeschnitten ist. Auf dieser Basis wurden 2005 erstmals die – gemessen am Spendeneinkommen – 50 größten deutschen karitativ und humanitär tätigen Organisationen unter die Lupe genommen, die das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) tragen.
Für den Transparenzpreis 2007 analysierte PwC die Jahresberichte von 43 deutschen karitativ und humanitär tätigen Organisationen. Erstmals konnten sich auch kleinere deutsche Hilfsorganisationen und Spendenorganisationen bewerben, die nicht das Spenden-Siegel des DZI tragen. Mit dem 1. Platz wurde die Kindernothilfe e.V. ausgezeichnet.
Der Wettbewerb von PwC ist ein Transparenz-Treiber, der nicht sanktioniert, sondern ermutigt. Es wird kein Zwang auf die Hilfsorganisationen ausgeübt, sondern ein positiver Anreiz geschaffen, Transparenz herzustellen. Als Belohnung gibt es neben einem Preisgeld vor allem Anerkennung. Ein Konzept, das sich bewährt – 2007 ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz: Ausnahmslos alle Teilnehmer, die sich bereits um den Transparenzpreis 2006 bewarben, haben laut PwC ihre Berichterstattung verbessert. Schwachpunkte gäbe es nach wie vor bei der Berichterstattung über die Vergütungen der Organe, bei der Projektevaluierung und bei Informationen zur langfristigen Geschäftsplanung. Kristin Hutzler
erstellt: 14.03.2008; geändert: 03.06.2009 |
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