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APPsoluter Durchblick: MyPermissions schützt vor Datenmissbrauch

10 Jul 2015

Das Smartphone ist für Millionen heutzutage nicht mehr wegzudenken. Für jede Situation gibt es die passende App. Doch was viele oft übersehen: Immer mehr Apps, die in Sekundenschnelle auf dem Handy installiert sind, greifen die Privatdaten ab. Um die Kontrolle über die eigene Privatsphäre zu behalten, gibt es die App von MyPermissions.

MyPermissions

Der Spion in den Händen: Wie Smartphones unsere Daten ausspähen

Vielen Smartphone-Besitzern ist es meist nicht bewusst, wieviel ihre Apps auf dem Smartphone über sie preisgeben. Dabei geben Nutzer mit jeder neuen App Rechte an Dritte weiter. Als typisch ausgelesene Daten gelten dabei die Identifikationsnummer des

Gerätes, der Browser-Verlauf und die Ermittlung des Standorts per GPS und WLAN. Nur wenige Applikationen beschränken sich daher allein auf ihre eigentliche Funktion. So stöbern scheinbar harmlose Apps in unseren Adressbüchern, Fotogalerien oder E-Mails.

Das Geschäft mit den Daten hat sich dabei längst im Stillen etabliert. Anhand der persönlichen Informationen, die sich auf unseren Mobilgeräten befinden, werden Nutzerprofile erstellt und an Marktforschungsunternehmen sowie die werbetreibende Wirtschaft verkauft. Das Resultat: Werbung, die perfekt auf die individuelle Person abgestimmt ist. Die User werden so immer weiter zu einer gläsernen Fassade, ausgespäht durch die nützlichen Helferlein auf den Smartphones.

Mehr Transparenz schaffen: Wissen, auf was Apps zugreifen

Das Startup MyPermissions, das 2012 von Olivier Amar und David Habusha in Tel Aviv gegründet wurde, will diesem Mangel an Transparenz im Netz und auf dem Smartphone entgegenwirken. Ihre Anwendung bietet Nutzern die Möglichkeit, eine Grenze bei der Spionage ihrer Daten zu setzen. So sollen User sich über die Nutzung oder gar Monetarisierung von persönlichen Informationen bewusst werden. Darüber hinaus solle der Zugang zu Privatdaten auf der Grundlage einer kontrollierten und bewussten Entscheidung ermöglicht werden.

Bekannt ist das Startup bisher vor allem im asiatischen Raum. Gründer Amar verspricht sich aber auch in Deutschland einen Erfolg der App. Seit Anfang 2015 können deshalb auch deutsche Smartphone-Besitzer MyPermissions zum Schutz ihrer Privatsphäre nutzen.

Transparenz mit wenigen Klicks: So funktioniert die App

Nachdem man MyPermissions auf dem Smartphone installiert hat, analysiert es die vorhandenen Applikationen auf dem Handy und zeigt, welche Zugriffsrechte sie besitzen. Auf einem Blick erkennt man dann, welche Apps im eigenen Namen posten, auf Kontaktdaten und den Posteingang zugreifen, den Standort speichern, Bilder und Dateien nutzen und grundlegende Zugriffsrechte besitzen. So stellt sich schnell heraus, welche Applikation ein mögliches Risiko darstellt. Wer einer App die Rechte für die Weitergabe der Daten entziehen möchte, kann dann direkt über MyPermissions diese einschränken. Da viele Anwendungen jedoch nicht ohne die Zustimmung bestimmter Berechtigungen funktionieren, lässt sich eine Deinstallation der jeweiligen App meist nicht verhindern.

MyPermissions

Erhältlich ist MyPermissions für Android- und iOS-Geräte. Wer kein Smartphone oder Tablet besitzt, kann den MyPermissions Cleaner am Computer über einen Browser-Add-On nutzen. Hier werden einzelne Onlinedienste gescannt, darunter Facebook, Twitter, Google+ und Dropbox. Angezeigt wird dann, welche Applikationen mit diesen sozialen Netzwerken verbunden sind und Zugriff auf persönliche Daten haben.

Aktuelle Studien und Erkenntnisse zum Thema Datenschutz und App-Berechtigungen findet man zudem auf dem Blog von MyPermissions. Das Startup bietet Nutzern somit eine breit gefächerte Plattform, um sich rund um das Thema Datenschutz und Nutzerrechte zu informieren.

Hält das Unternehmen, was es verspricht?

Die junge Firma selbst wirbt mit einem vertrauensvollen Datenumgang und dem Schutz der Privatsphäre. So bedient sich MyPermissions keiner Nutzerdaten und verzichtet auf die Speicherung von IP-Adressen, Passwörtern und Login-Namen. Angst, dass die App genau das tut, was sie aufdecken möchte, muss man daher nicht haben. So heißt es in den Datenschutzrichtlinien des Unternehmens:

“MyPermissions hat es sich zum erklärten Ziel gesetzt, Ihnen die Kontrolle über Befugnisse, welche Sie Anwendungen zur Interaktion mit Ihren sozialen Netzwerkkonten erteilt haben, zu ermöglichen. (…) Es entspricht nicht unserer Geschäftstätigkeit, Nutzerprofile zu erstellen und kommerziell auszuwerten.”

Kapital aus den Daten ihrer Nutzer zu ziehen, ist für MyPermissions daher ein Tabu. Finanziert wird das Startup bisher durch Risikokapitalgeber, darunter vor allem israelische Investoren. Die Bedeutung von MyPermissions als ein wichtiger Transparenz-Treiber im digitalen Zeitalter erkennen aber auch internationale Geldgeber. So wird es als erstes israelisches Unternehmen von dem amerikanischen Investor 500 Startups unterstützt. Eine Auszeichnung für ihre Entwicklungen erhielt MyPermissions bereits 2013 bei der LeWeb Startup Competition in London. Hier gewann das Unternehmen den dritten Preis.

Bisher stellt MyPermissions seine Servicefunktionen kostenlos zur Verfügung. Um auch langfristig die Privatsphäre der User schützen zu können, wird zukünftig ein kostenpflichtiges Abo-Modell angestrebt. Dieses soll voraussichtlich Anfang 2016 umgesetzt werden. Vanessa Bitter

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7 Kommentare

  • […] der Kategorie “Transparenz-Treiber” hat Vanessa letzte Woche bereits die App MyPermissions vorgestellt. Diese hilft dem Smartphone-Nutzer, den Überblick über die Zugriffsrechte zu behalten, welche die […]

  • Rebecca

    Es ist wirklich undurchschaubar, was heute alles mit meinen Daten passiert, eigentlich hat man gar keinen Überblick mehr. Von dieser App habe ich vorher noch nie was gehört – super Sache, Daumen hoch! Auch wenn nicht direkt etwas gegen Datenmißbrauch unternommen wird, wenigstens sieht man mal, welche Apps genau auf welche Daten zugerifen. Auf jeden Fall eine Installation wert!

  • Franz

    Hab’s ausprobiert und war überrascht, wie viel meine Apps von mir wissen/ nutzen können! Schade aber, dass man die Zugriffsrechte nicht selektiv eingrenzen kann :/

  • Anna

    coole Sache, aber schade, dass es beim iPhone noch nicht alle Apps anschaut außer denen, die irgendwie mit Facebook oder Google+ in Verbindung stehen. Hab es aber trotzdem installiert :-)

  • Anke Natalie Volkemer

    Eine super App, die wirklich hilft, durchzublicken. Habe mir die App direkt heruntergeladen und mich durchgeklickt. Das Ergebnis: 5 unnötig Apps mit zuvielen Berechtigungen habe ich gelöscht. Daumen hoch!

  • Malin

    Schließe mich Anna an! Tolle App:) Wäre aber noch besser, wenn es fürs iPhone die selben Funktionen gäbe, wie für Android-Geräte!

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