Lahmeyer

Die hessische Ingenieurfirma Lahmeyer steht seit dem 7.11.2006 als erstes deutsches Unternehmen im Internet neben vielen anderen Unternehmen in einer Liste der Weltbank. Darüber könnte man sich hierzulande freuen, aber leider ist es eine schwarze Liste. Denn Lahmeyer wurde der Bestechung überführt und wird nun für sieben Jahre keine Aufträge der Weltbank mehr bekommen.

Die Weltbank zieht damit die Konsequenz aus mehreren Schuldsprüchen gegen Lahmeyer. Bereits seit 1999 hatten die Staatsanwälte in Lesotho gegen die Technologiefirma ermittelt. Nach mehreren Verurteilungen wurde Lahmeyer wegen Korruption von Regierungsbeamten durch das oberste Gericht Lesothos zuletzt im August 2005 zu einer Geldstrafe von 1,1 Millionen Euro verurteilt. Der Chef der Entwicklungsbehörde in Lesotho, Masupha Sole, erhielt wegen Bestechlichkeit eine 15-jährige Haftstrafe. Die Weltbank wurde erst nach dem höchstrichterlichen Urteil aktiv: Denn Firmen, die Projektpartner bestechen, verstoßen gegen die Grundsätze der Entwicklungsbank.

Schlecht für die Auftragsbücher, schlecht für's Image. Eine Verkürzung der Strafe ist bei gutem Verhalten möglich. Lahmeyer international gibt sich reumütig und hat reagiert: Seit 2004 gelten angeblich strenge Anti-Korruptions-Richtlinien für Lahmeyer Mitarbeiter. Dr. Volker Klenk


erstellt: 15.10.2007; geändert: 03.06.2009