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Sabine Christiansen: "Wir müssen im Glashaus sitzen"
![]() Die Transparenz- und Glaubwürdigkeitskrise bei Unicef spitzte sich im Januar und Februar 2008 immer weiter zu. Der Druck der Axiom-Treiber wurde immer größer. An einem bestimmten Punkt war der Geschäftsführer Dietrich Garlichs nicht mehr zu halten. Die Folge: Rücktritt am 8. Februar 2008. Immer mehr Prominente, die mit ihrem guten Namen für Unicef werben und sich engagieren, forderten eine konsequente Aufklärung der Vorwürfe. Dazu gehörte auch die ehemalige ARD-Talkmasterin Sabine Christiansen. Im ARD-Morgenmagazin sagte sie dazu: „Wir müssen im Glashaus sitzen. Wir haben jetzt ganz klar mitzuteilen, welche Strukturveränderungen es geben wird, welche weitergehende Transparenz. Denn das, was jetzt passiert ist, hat eine höchst honorige Organisation in einen Imageverlust getrieben, der wirklich so fatal ist, wie wir es uns nie haben vorstellen können.“ Ein schöner Beleg für die Bedeutung des Glashaus-Axioms. Nachzulesen u.a. in der Welt. Um verlorenes Vertrauen wieder zurück zu gewinnen hat Unicef auf der eigenen Website Maßnahmen angekündigt, die künftig für mehr Transparenz sorgen sollen. Kristin Hutzler erstellt: 09.02.2008; geändert: 03.06.2009 Unicef schafft keine Transparenz ![]() „Unicef setzt Ihre Spende effizient ein – im Spendenbereich liegt der Anteil der Verwaltungskosten unter 10 Prozent“ – so transparent präsentiert sich die deutsche Niederlassung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen auf seiner Webseite. Nicht ganz so offen zeigte sich Unicef, als Ende November 2007 der Vorwurf gegen den Geschäftsführer Dietrich Garlichs erhoben wurde, Spendengelder vergeudet zu haben. Externe Berater seien durch ihn unverhältnismäßig großzügig honoriert worden.
Statt klar Stellung zu beziehen, schien der Vorstand um Heide Simonis verwirrt und unentschlossen. Die Vorstandsvorsitzende forderte zunächst den Rücktritt von Garlichs. Nach einer Krisensitzung Anfang Dezember in Köln sprach sie nach anfänglicher Distanzierung ihrem Geschäftsführer das Vertrauen aus. Die Vorwürfe seien unbegründet, juristisch alles einwandfrei. Der Knackpunkt: Unicef war nicht in der Lage, schnell Transparenz herzustellen. Die Aufklärung und der Informationsfluss verliefen schleppend.
Das schlechte Krisenmanagement wurde in den Medien kritisiert und löste eine Grundsatzdebatte über die Verwendung von Spenden und die Effizienz von Wohltätigkeitsorganisationen aus. Verunsicherung und das Gefühl des Vertrauensbruchs bei vielen Spendern waren die Folge. Rolf Seelmann-Eggebert, ARD-Journalist und ebenfalls Unicef-Vorstandsmitglied formuliert es in einem Brief an die Unicef-Mitglieder so: „Wie ist einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin, die sich eine Woche lang die Beine in den Bauch steht, um auf dem Weihnachtsmarkt Grußkarten zu verkaufen und damit vielleicht 700 Euro für Unicef erzielt, wie ist es den Spendern zu vermitteln, dass dieses Geld dem Tageshonorar des Beraters entspricht?"
Nun, es kann ja durchaus legitim sein, dass eine gemeinnützige Organisation externe Dienstleister hinzuzieht, wenn diese ihr Geld wert sind. Dann aber muss darüber schnell Transparenz hergestellt werden. Ist dies nicht möglich, schießen Spekulationen und Gerüchte in Kraut.
Bitteres Fazit: Der Ruf der Organisation und der gesamten Spendenbranche wurde nachhaltig geschädigt. Kristin Hutzler
erstellt: 01.02.2008; geändert: 03.06.2009 |
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