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Gespräche auf dem Monte Verità
![]() Transparenz, ein Erfolgsfaktor für Unternehmen im globalen Wettbewerb? Über diese Frage diskutierten Ende Oktober 2007 fünf Experten für Unternehmenskommunikation auf dem Monte Verità im schweizerischen Ascona. Die Teilnehmer folgten der Einladung zum Gedankenaustausch von Dr. Volker Klenk, Managing Partner der Agentur für Unternehmenskommunikation Klenk & Hoursch. Mit dabei waren: Alexander Antonoff, stellvertretender Leiter Unternehmenskommunikation der Nestlé Deutschland AG, Dr. Jörg E. Allgäuer, Kommunikationschef der HypoVereinsbank, Michael Lermer, Pressesprecher Deutsche Bank und Norisbank, sowie Christian Löcker, geschäftsführender Gesellschafter der GK-Unternehmensberatung.
Zunächst verständigten sich die Gäste auf dem geschichtsträchtigen Berg der Wahrheit am Lago Maggiore auf eine gemeinsame Definition von Transparenz in der Wirtschaft. Transparenz bedeutet in diesem Kontext, dass ein Unternehmen seinen Stakeholdern und den Märkten alle relevanten Informationen über seine Strategie, seine Einschätzungen, seine Entscheidungen und seine Verfahren offen, klar und zeitnah zur Verfügung stellt. Übereinstimmend wurde von den Gesprächsteilnehmern konstatiert, dass Transparenz in immer mehr Unternehmen zu einem wichtigen Thema wird. Vielfach gewinnt man jedoch den Eindruck, dass es keinen ausreichenden Diskurs darüber gibt, wie mit dem komplexen Thema Transparenz in seiner Gesamtheit umzugehen ist. Es fehlen häufig noch die konzeptionellen Grundlagen und Ressourcen. Transparenz wird zu oft nur punktuell betrachtet, diskutiert, bearbeitet – eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Thema findet meist nicht statt. Als Paradebeispiel für die vielerorts schlummernden Risiken durch Intransparenz in Unternehmen und ganzen Branchen wurden die Beispiel der Private-Equity-Firmen genannt: In den Jahren vor Franz Münteferings Heuschrecken-Vergleich hatte es diese Branche versäumt, ihr Geschäftsmodell sowie ihre Traditionen, Erfolge und Ziele einer breiteren Öffentlichkeit und der Politik gegenüber transparent zu machen. Eine Fehlentscheidung, wie sich zeigte, denn dadurch konnten Müntefering und andere diese Branche ohne Mühe in die „Schmuddelecke“ stellen.
Die drei Vertreter der globalen Konzerne konnten bestätigen, dass Transparenz in immer mehr Firmen Vorstandsthema ist. Ein weiterer Beleg für die These, dass die Gefahren von Intransparenz in vielen Unternehmen erkannt werden. In mehreren Gesprächsrunden diskutierten die Teilnehmer teils kontrovers einige inspirierende Thesen, die jedoch nicht immer die Ansicht aller Gesprächsteilnehmer widerspiegeln müssen:
Auf dem Weg zu einer immer größeren Transparenz gegenüber einer Vielzahl von Anspruchsgruppen wiesen die Gesprächsteilnehmer auf die Interdependenzen von Akteuren und Handlungen hin. Es muss schlicht jemanden geben, der etwas wissen möchte. Erst wenn ein Informationsbedürfnis über ein neues Themengebiet, zu dem es bisher keine Transparenz gab, an das Unternehmen herangetragen wird, wird es entschieden, wem, wann und in welcher Form die Informationen bereitgestellt werden. Zu vorauseilender Transparenz gibt es wenig Anlass und auch nicht die entsprechenden Strukturen und Ressourcen. erstellt: 23.01.2008; geändert: 13.11.2009 |
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