Zwillinge: Transparenz und CSR

Der Druck auf Unternehmen in Bezug auf Transparenz steht in engem Zusammenhang mit den stetig wachsenden Ansprüchen vieler Stakeholder an eine gesellschaftsorientierte Unternehmensführung (modisch: Corporate Social Responsibility oder kurz CSR). Ein Beleg für die enge Verknüpfung dieser beiden Erfolgsfaktoren steht in der  Ausgabe 2/2007 des manager magazins (ab S. 76). In seinem Editorial schreibt dazu der Chefredakteur Arno Balzer:

"In bislang unbekannten Ausmaß müssen sich Topmanager heute gegenüber einer kritischen Öffentlichkeit rechtfertigen. Wenn dann auch noch Korruptionsskandale wie zuletzt bei Siemens die Vorbehalte gegenüber der Wirtschaftselite zu bestätigen scheinen – umso schlimmer. Natürlich, Unternehmen sind diesen Tendenzen nicht machtlos ausgeliefert. Sie können etwas dagegen tun: Indem sie transparent agieren und sich dem öffentlichen Dialog stellen, indem sie verantwortungsbewusst mit ihren Mitarbeitern und der Natur umgehen. Kurz: Indem sie ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen. 'Corporate Social Responsibility' (CSR) gehört deshalb in allen größeren Unternehmen zum Programm, wenn auch mit unterschiedlicher Konsequenz."

Das manager magazin macht aus dem Thema das, was Medien immer machen: ein Ranking der Besten. Es entstand eine Übersicht der 120 größten, börsennotierten Unternehmen in Europa („Good Company Ranking“). Bewertet wurden vier Parameter: Gesellschaft, Mitarbeiter, Umwelt, Performance. Gut aus deutscher Sicht im Ranking für 2006: BASF ist die Nummer eins. Henkel Nummer zwei und BMW an vierter Stelle. Noch unter den Top-20: Bayer (12), Adidas (14), Bosch (18), Bertelsmann (19) und Linde (20). Bravo! Siemens landete übrigens auf dem Rang 53. Aldi (118) und Lidl (119) ringen hart um die schlechtesten Plätze.

CSR und Transparenz … das bringt doch nix … hört man die Naiven noch immer sagen! Eben doch. Zum Beispiel wird man im manager magazin gelobt, und das ist schon was. Dr. Volker Klenk


erstellt: 29.04.2007; geändert: 24.02.2010