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Interne Kämpfe für Transparenz

3 Jan 2014

Immer mehr Unternehmen wollen transparenter werden. Immer mehr, insbesondere aus dem deutschen Mittelstand, steigen ein in ein systematisches Nachhaltigkeitsreporting. Auf dem Weg dahin müssen häufig oftmals mächtige interne Vorbehalte ausgeräumt werden.

Umdenken in vielen Branchen hat begonnen

Das Glashaus Axiom

In produzierenden Unternehmen geht es dabei oftmals um potenziell kritische Themen entlang der Liefer- und Wertschöpfungskette, die man in der Außenkommunikation stets vermieden hat, die man aber nicht umgehen kann, wenn man sich aktiv und glaubwürdig als nachhaltig positionieren will. In der Lebensmittel- und Genussmittelindustrie steigt die Bereitschaft, früher verschwiegene oder verschleiert dargestellte Inhaltsstoffe beim Namen zu nennen.

Transparenz bedeutet Change

Eine systematische Öffnung setzt stets einen umfassenden Wandel im Denken und der Unternehmenskultur voraus. In Governance- und Compliance-Fragen geht es gerade in Führungskreisen und im mittleren Management häufig darum, sich von liebgewonnenen Privilegien zu verabschieden. Auch in der Frage, welche Informationstiefe man beispielsweise im Nachhaltigkeitsreport dem Wettbewerb zur Verfügung stellen will, muss oft Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Mitwirkung der Führungsmannschaft zwingend

Um Unternehmen auf transparente Kommunikation vorzubereiten, müssen Führungskräfte und Mitarbeiter von der Richtigkeit der neuen Strategie überzeugt werden. Sie müssen frühzeitig und umfassend über das „Warum?“ für umfassende Veränderungsprozesse hin zu Verantwortung, Nachhaltigkeit und Transparenz informiert werden. Mehr noch: Sie sollten aktiv in die Gestaltung dieser Prozesse eingebunden sein.

Internen Auseinandersetzungen und Grabenkämpfe sind unvermeidlich. Die Zielkonflikte müssen aufgezeigt und adressiert werden. Wichtig ist, dass die Transparenzstrategie mit der Businessstrategie einhergeht. Dann gelingt es auch, intern dafür Akzeptanz und Mitwirkung (altdeutsch: Gefolgschaft) zu mobilisieren.

Transparenz braucht Dialog

Sobald die Eckdaten der Strategie stehen und sich ein tragfähiges, nach außen glaubwürdig kommunizierbares Gesamtbild ergibt, sollte mit den externen Stakeholdern ein aktiver Dialog in Gang gesetzt werden. Dabei geht es nicht darum, eine „fertige Lösung“ zu präsentieren, sondern in einen möglichst transparenten Problemlösungsprozess einzutreten, der die Stakeholdererwartungen konkret anspricht.

Einfach ist dieser Weg der Öffnung nie. Aber in anderen erfolgskritischen Handlungsfeldern fallen einem die Früchte auch nicht in den Schoß.

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