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Verbraucherzentralen: Für Klarheit und Wahrheit

14 Nov 2011

Verbraucherbeschwerden über irreführende Aussagen auf Verpackungen und in der Werbung verhallen oftmals in den Gängen des betroffenen Unternehmens. Das neue Verbraucherportal „Lebensmittelklarheit“ bietet getäuschten Konsumenten Hilfe an. Seit Juli 2011 ist das Portal des Bundesverbands der Verbraucherzentralen und der Verbraucherzentrale Hessen online. Es soll für Transparenz in der Lebensmittelindustrie sorgen.
Alljährlich verleiht die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch den „Goldenen Windbeutel“ für das Produkt mit der dreistesten Werbelüge in der Lebensmittelbranche. Motiv: Oft erfüllen die Versprechungen auf den Packungen nicht, was dem Kunden suggeriert wird.

Mehr Transparenz
Das Portal „Lebensmittelklarheit“ will dem entgegenwirken und mehr Transparenz für den Verbraucher schaffen und die Hersteller für die Probleme der Kunden sensibilisieren. Die Plattform soll den sachorientierten Dialog zwischen beiden Seiten vorantreiben. Unternehmen können hier auf Beschwerden reagieren und ihre Position erläutern – für alle User öffentlich einsehbar. Eine gute Chance, so die Verbraucherzentralen, das Vertrauen ihrer
Kunden (zurück-) zu gewinnen. Der Druck auf die „schwarzen Schafe“ der Lebensmittelindustrie solle durch die Plattform zunehmen und sie zu mehr Transparenz verpflichten.

Inzwischen gibt es eine Barcodescanner-App, um Mogelpackungen direkt beim Einkauf zu entlarven. Das Portal kooperiert dazu mit Barcoo, dem meistgeladenen Scanner in Deutschland.

Ein weiterer Onlinepranger?
Ist „Lebensmittelklarheit“ nur ein weiterer Onlinepranger, der ungeliebte Produkte munter durch den (echten?) Kakao zieht? Keinesfalls. Die Plattform bietet dem Verbraucher viele Möglichkeiten: Juristische Hilfestellung, z.B. Informationen über Vorschriften zur Kennzeichnung von Lebensmitteln, einen transparenten Diskussionsbereich für Nutzerkommentare sowie einen Bereich, in dem Verbraucher Produkte melden können, von denen sie sich getäuscht fühlen.

Redaktion prüft Beschwerden
Wichtig dabei: Nicht jede Beschwerde wird publiziert. Die Redaktion des Portals prüft, ob tatsächlich eine Täuschung vorliegt. Erst dann wird über die Veröffentlichung entschieden. Vorher kann der Hersteller des bemängelten Produkts Stellung beziehen. Letztendlich werden Verbraucherbeschwerde und Stellungnahme des Unternehmens zusammen mit einer Einschätzung der Redaktion online gestellt. Bedenken, Wettbewerber könnten sich gegenseitig anschwärzen, sollen durch diesen Mechanismus im Keim erstickt werden.

Dem Ruf des Verbrauchers nach mehr Transparenz wird durch das neue Verbraucherportal eine starke Stimme gegeben.
Ole Purschke

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