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“Moin, wir sind die Rügenwalder”

7 Jul 2013

So lautet die neue, selbstbewusste Begrüßung auf der Website des gleichnamigen niedersächsischen Wurstwarenherstellers. Und dann wird es schnell ganz persönlich. Die Menschen, Macher, Mischer der Würste stellen sich vor. In ganzseitigen Anzeigen wir in der Süddeutschen Zeitung. Auf YouTube, natürlich embedded in der Website, auf Produktpackungen, in den neuen TV-Spots.

Mutige Transparenz-Strategie

Hoppla! Das nenne ich mal eine mutige, differenzierende, offensive Transparenz-Strategie. Im riesigen Haifischbecken der Lebensmittelkonzerne, denen das Grundvertrauen der Verbraucher längst abhanden gekommen ist (siehe unsere Verbraucherbefragungen), wagt hier ein mittelständisches Unternehmen den Befreiungsschlag: schaut her, uns könnt ihr Vertrauen. Wir stehen mit unseren Namen, Gesichtern, Geschichten für Qualität, ethische Standards – und natürlich Geschmack!

Wenn das alles belastbar ist, was die “Firma mit Gesicht”, wie es im TV-Spot heißt, über sich freiwillig preis gibt, dann wird das dem Erfolg garantiert nicht schaden. Die hier konsequent durchgezogene personale Transparenz (siehe auch organisatorische Transparenz) ist eine ungemein starke Waffe im Kampf um das Verbrauchervertrauen. Und zu den derzeit rund 140.000 Facebook-Fans werden sicherlich noch etliche dazu stoßen.

Hier einige Links zu den Transparenz-Maßnahmen

Website: http://www.ruegenwalder.de/start/

Blog: http://blog.ruegenwalder.de/

YouTube: http://www.youtube.com/user/RuegenwalderMuehle

TV-Spot: http://www.youtube.com/watch?v=GIzEgu5IobE&feature=c4-overview&list=UUz7vmCTzi37694AcC6Ol-kw

Rügenwalder Transparenz

Ganzseitige Anzeige in der SZ: Rügenwalder Transparenz

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Ein Kommentar

  • Oliver Rühl

    Die Filme sind sicher gut gemacht und alte Familienbilder wirken immer irgendwie heimelig und traditionsbewusst, aber das alles geht mir nicht weit genug an die Quelle. Letztendlich ist es doch nur Werbung und der Aufklärungswert ist eher gering. Das Thema ist zu komplex als das es in wenigen YouTube-Minuten erklärt werden kann.
    Man kann stundenlang das Unternehmen und die Mitarbeiter loben, aber die meisten Schweine werden trotzdem “unter aller Sau” behandelt, der Boden wird ruiniert etc. Der Kern liegt also woanders.

    Bei der Nachverfolgbarkeit der Fleischproduktion (http://www.ruegenwalder.de/unser-anspruch/wo-kommt-unser-fleisch-her/) kann man z.B. lediglich die PLZ der Betriebe erfahren aber erhält sonst keine weiteren Details.
    Da wird zwar nichts vertuscht, aber die Gründe sind klar: Die Verbraucher würden nicht positiv reagieren, wenn die reale Größe der Mastbetriebe und die Menge an Futter inkl. genetisch verändertem Anteil mit veröffentlicht würde.
    Warum wird es schwer gemacht an die Informationen zu kommen?

    Bei ca. 300.000 Teewürsten pro Woche sind nicht nur die schönen kleinen fotogenen Betriebe an der Produktion beteiligt – das sollte jedem klar sein.

    Der Mensch als Konsument muss eine Wandlung durchmachen und nicht die Unternehmen (die werden sich dann schon entsprechend anpassen).

    Gerade am Wochenende war ich auf einem Hof meines Vertrauens, der mir mitteilte es gebe die nächsten Tage erstmal keine Steaks mehr. Damit kommen wenige Menschen klar. Da muss man eben zurückstecken und warten.

    Wie wäre es mal damit?
    Warten. Nahrungsmittel sollten nämlich nicht nur produziert werden sondern auch entstehen können.

    Oliver Rühl

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