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MyPermissions: Ein Selbstversuch

17 Jul 2015

In der Kategorie “Transparenz-Treiber” hat Vanessa letzte Woche bereits die App MyPermissions vorgestellt. Diese hilft dem Smartphone-Nutzer, den Überblick über die Zugriffsrechte zu behalten, welche die installierten Apps einfordern. Da ich mein Smartphone selbst intensiv und täglich nutze, wollte ich mal ausprobieren, was mir MyPermissions für Einsichten gewährt.

play store

Wie im Google Play Store zu sehen, wurde die App schon mehr als 100.000 Mal heruntergeladen und durchschnittlich mit 4,1 von 5 Sternen bewertet.

Welche Rechte fordert MyPermissions ein?

Da MyPermissions über den Zugriff von Apps auf bestimmte Funktionen meines Smartphones informieren soll, wollte ich zunächst wissen, welche Rechte MyPermissions selbst von mir einfordert.

berechtigungen

Wie man sieht, sind das gar nicht mal so wenige. Im Kurs wurde vermutet, dass MyPermissions diese Rechte benötigt, um die anderen Apps scannen zu können. Warum MyPermissions jedoch SMS verschicken und feststellen können muss, ob gerade ein Anruf eingeht, ist mir schleierhaft. Ich meine, dass im Seminar erwähnt wurde, dass die Entwickler von MyPermissions auf ihrer Homepage erklären, für was sie welche Rechte benötigen. Dazu habe ich aber weder etwas in den FAQs noch unter “Über Uns” gefunden.

MyPermissions scannt meine Apps

scannen

Nach der Installation bekomme ich eine kleine Einführung in die Welt der Zugriffsberechtigungen und werde am Ende dazu aufgefordert, meine Apps zu “scannen”. Bereitwillig drücke ich den Button und warte weniger als die angekündigten zwei Minuten (wohl, weil ich nur sehr wenige Apps auf dem Smartphone habe).

übersicht

Ich werde begrüßt von einem bedrohlich anmutenden roten Bildschirm: Drei meiner Apps haben Zugriff auf meine Privatdaten! Wenn ich eine der angezeigten Kategorien auswähle, erfahre ich mehr über die “Übeltäter”.

grundlegende zugriffe

Die Problematik von App-Zugriffsberechtigungen wurde vor allem im Fall des Chat-Dienstes WhatsApp in den Medien diskutiert. Deshalb bin ich nicht überrascht, das MyPermissions auch bei mir WhatsApp auflistet. Hier bin ich mir der “Risiken” bewusst, finde die Vorteile der schnellen und unkomplizierten Kommunikation über den Dienst jedoch Grund genug, die App zu behalten.

ausgabenmanager

Interessanter finde ich da den Ausgaben Manager. In dieser App kann ich all meine Ausgaben unter verschiedenen Kategorien vermerken und mir so am Ende des Monats anschauen, für was ich wie viel Geld verpulvert habe. Da die App meine Angaben wohl in einer Datei auf meinem USB-Speicher ablegt, kann ich den Zugriff darauf verstehen. Hoffen wir mal, dass meine privaten Bilder nicht im Visier des App-Entwicklers sind. Warum die App allerdings meine Netzwerkverbindungen abrufen muss, verstehe ich nicht, da sie auch ohne Internetverbindung funktioniert.

Ich kann nun entscheiden, ob ich der App “vertraue” oder den Zugriff auf meine Daten “verneine”. Über den ersten Punkt erkläre ich mich quasi zum zweiten Mal damit einverstanden, dass die App auf entsprechende Daten zugreift. Das “Verneinen” bewirkt aber leider weniger, als der Wortlaut verspricht.

Zugriffsrechte verweigern (bislang) nur über Deinstallation

deinstallieren

Ich hatte gehofft, dass ich dem Ausgaben Manager verbieten kann, beispielsweise meine Netzwerkverbindungen zu überwachen. Da die App ohne diese Rechte jedoch nicht funktioniert, bliebe mir nur die Deinstallation. Über andere Apps ist es teils möglich, spezielle Zugriffsrechte einzuschränken. Dies benötigt aber meist Root-Zugriff und kann dazu führen, dass die betroffenen Apps nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren. Das neue Google-Betriebssystem Android M soll dem Smartphone-Nutzer hier mehr Möglichkeiten bieten.

Abschließend muss ich sagen, dass ich es wichtig finde, die einzelnen Zugriffsrechte der Apps übersichtlich darzustellen und dem Nutzer so die Möglichkeit zu geben, kritisch über die installierten Apps zu urteilen. Schöner wäre es, wenn ich Zugriffsrechte verweigern könnte, ohne die Funktionalität der App aufs Spiel zu setzen. Hier müssen aber die klugen Köpfe von Google handeln, nicht die Entwickler von MyPermissions.

Franz Handermann

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