Der schnelle Fall des Postchefs Zumwinkel

Die Bochumer Staatanwälte haben Mitte Februar 2008 eine Schockwelle ausgelöst mit der Durchsuchung von Privaträumen und Büros von Postchef Klaus Zumwinkel am 14.2.2008. Schon zwei Tage darauf zeigte sich, dass der "Fall Zumwinkel" nur der Auftakt war zur vielleicht "Größten Steuerfahndung aller Zeiten" (Tagesspiegel).

Die Ermittlung, die Enthüllung, der Fall wird in diesem Fall im Wesentlichen einer Frau zugeschrieben: Der Staatsanwältin Margrit Lichtinghagen, Leiterin der Ermittlungen gegen den Bonner Postchef.

 Die Headlines:

  • Hartnäckige Staatsanwältin kennt keinen Promibonus (derwesten.de).
  • Leitwölfin im Rudel der harten Hunde (ftd.de).

Margrit Lichtinghagen sowie Oberstaatsanwalt Berd Bienioßek und ihr Team sind gute Axiom-Treiber: Spezialgebiet Steuerhinterziehung. Dieser Fall sollte eigentlich für Abschreckung sorgen.

Wie hart es kommen kann, wenn man erwischt wird, zeigt diese Headline in der Berliner Morgenpost am 15.2.2008: "Regierung jagt Zumwinkel vom Hofe." Zumwinkel hatte gegenüber Finanzminister Peer Steinbrück eingestanden, dass er Steuern hinterzogen habe. Kanzlerin Angela Merkel und andere ließen ihn umgehend fallen (faz.net). Ruf ruiniert.

Das Beispiel zeigt: Die Axiom-Treiber Staatsanwälte und Medien sitzen in solchen Fällen Seite an Seite in einem Boot. Und überbieten sich beim Paddeln in die selbe Richtung. Dr. Volker Klenk


erstellt: 15.02.2008; geändert: 03.06.2009


Staatsanwälte küsst man nicht

Wirtschaftskriminalität steht selten im Fokus der Medien. Macher, Unternehmer und Firmen sollten sich jedoch nicht täuschen. Jeden Tag gehen gewiefte Staatsanwälte zur Arbeit mit dem Ziel, die Überläter zu entlarven. Diese Axiom-Treiber bringen manches "Ding" ans Tageslicht. Oft führt es dazu, dass Unternehmen über Monate gelähmt und handlungsunfähig sind - weil sich die Ermittlungen ewig hinziehen und die Beschuldigten plötzlich im täglichen Scheinwerferlicht stehen. Einen wirklich lesenwerten Beitrag über Staatsanwälte, die Transparenz in dunkle Geschäfte von großen Unternehmen bringen hat die ZEIT 1998 veröffentlicht. Mit dem passen Titel: "Die scharfen Hunde vom Revier".

Zuweilen erlangen Staatsanwälte dabei selber Promistatus. Für nicht wenige ist ein Fall von Wirtschaftskriminalität, in das ein namhaftes Unternehmen vertrickt ist, ein Karrieresprungbrett. Solche Staatsanwälte dienen dann nicht mehr nur dem Recht und dem Gemeinwohl, sondern verfolgen auch noch ihren eigenen Ziele. Das darf man nicht übersehen. Dr. Volker Klenk


erstellt: 15.02.2008; geändert: 03.06.2009