NGOs: Clean Clothes Campaign
Im Januar 2008 erhebt das internationale Netzwerk Clean Clothes Campaign (CCC) Vorwürfe gegen zwei deutsche Discounter. In seiner Publikation „Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und Kik“ veröffentlicht die NGO die Ergebnisse der Studie über die Einkaufspraktiken dieser Discounter und die Arbeitsbedingungen in deren Zulieferbetrieben in Bangladesch. Zwar wurde in keiner der sechs untersuchten Fabriken Kinderarbeit entdeckt, CCC kritisierte jedoch zahllose unbezahlte Überstunden, unzureichende Löhne, Diskriminierung und Einschüchterung der Mitarbeiter. Der Vorwurf: Die Kontrollen der westlichen Geschäftspartner seien unwirksam.

Als Reaktion auf die Anschuldigungen trafen sich Vertreter von Kik und Lidl Anfang März 2008 erstmals zu Gesprächen mit der CCC. Die Unternehmensvertreter aus der Abteilung Einkauf und Unternehmensverantwortung betonten laut Magazin welt-sichten zwar, „die Zustände bei den Zulieferern würden seit geraumer Zeit regelmäßig von Gutachtern überprüft“. Trotzdem wirft Clean Clothes Campaign beiden Discountern mangelnde Transparenz vor. Unter anderem geben Kik und Lidl ihre Produktionsorte nicht bekannt und kooperieren auch nicht mit unabhängigen Kontrollorganisationen.
Das Netzwerk, das 1990 in den Niederlanden gegründet wurde und mittlerweile in zwölf europäischen Ländern tätig ist, setzt sich die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textil- und Sportartikelindustrie als Ziel. Es informiert die Endverbraucher, verhandelt mit den Unternehmern und unterstützt die Arbeitergewerkschaften. CCC fordert dabei die Öffentlichkeit nicht zum Boykott der Marken auf, sondern zu Protestaktionen, die die Unternehmen zwingen, ihre Sozialpolitik verantwortungsvoller zu gestalten. Auf der Webseite fashioncheck.net führt die Organisation eine Datenbank mit über 50 Firmen. Sie bewertet deren Transparenz und informiert über die Einhaltung sozialer Standards. Einige Marken, wie Nike, Adidas oder Puma haben die Notwendigkeit eines sozial annehmbaren Images für ihr Unternehmen schon erkannt und nutzen es vermehrt zu Werbezwecken. Die Discounter haben in dieser Hinsicht noch einen langen Weg vor sich. Tereza Tomancáková
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