Mission: Transparenz über Transparenz

Dr. Volker Klenk, Managing Partner Klenk & Hoursch AG

Dr. Volker Klenk, Managing Partner Klenk & Hoursch AG

Alle reden von Transparenz: Politiker, Greenpeace, Foodwatch, CEOs, Börsenaufsichten, Aktionäre, Analysten, Journalisten, Kunden. Vom Bundespräsident über Bürgermeister bis zum Bademeister. Sehr oft sind es nur Lippenbekenntnisse. Oft auch nur Missverständnisse. Grund: Alle meinen eine andere Transparenz, eine eigene Transparenz. Aber welche genau? Der Gegenstand und die Relevanz von Transparenz für die beteiligten Akteure können so unterschiedlich sein wie München und Mombasa. Die veröffentlichten Meinungen über Transparenz sind häufig überraschend undifferenziert.

Zugegeben, das Thema Transparenz als Erfolgsfaktor für Unternehmen ist facettenreich und vielschichtig. Doch kein Unternehmen kommt umhin, sich damit gründlich auseinander zu setzen. Denn jedes unternehmerische Handeln ist öffentlich (Glashaus-Axiom). Es ist heute öffentlicher als gestern. Und morgen öffentlicher als heute. Meiner Einschätzung nach wird das Thema Transparenz in der Unternehmenskommunikation noch immer vielfach sträflich unterschätzt. Ein strategischer Fehler, der sich bitter rächen kann. Denn Transparenz hat viel zu tun mit Risiko- und Reputationsmanagement, Governance und Compliance.

Das Glashaus Axiom

Wir analysieren und dokumentieren hier unser Wissen und unsere Meinungen zu Transparenz. Wir erhoffen uns dadurch Aufklärung und mehr Sensibilisierung in Unternehmen für dieses erfolgskritische Thema. Transparenz bedeutet, Kontrolle zuzulassen, und dagegen sträuben sich viele Entscheider. Oft geht es darum, Verhalten zu ändern, gewohnte Pfade zu verlassen. Kommunikationsberater wie wir und die Leiter Unternehmenskommunikation stehen dabei häufig vor großen Herausforderungen, als Mahner, Moderatoren und Macher.

Noch zwei wichtige Hinweise an dieser Stelle. Erstens: Transparenz ist Inhalt unserer täglichen Arbeit für unsere Kunden. Diese Website ist es nicht. Wir haben nicht den Anspruch, tagesaktuell zu sein, geschweige denn, das Themenspektrum vollständig abzubilden.

Zweitens: Einige Autoren schreiben hier über Betroffene, die von Transparenz-Treibern in die Enge getrieben werden. Viele dieser Artikel stammen von Studenten der Universität Mainz, mit denen ich im Rahmen meiner Lehraufträge dieses Zukunftsthema bearbeitet habe. Die ausgewählten Fälle, bekannte und wenigere bekannte, sollen hier lediglich exemplarisch die Vielfalt der Auslöser und Ursachen sowie die Dramatik der Eskalation und deren Folgen verdeutlichen. Wir sind nicht Kläger oder Richter über Unternehmen, die von kritischen Stakeholdern ins Visier genommen werden. Wir sind lediglich interessierte Beobachter und versuchen, aus den Fällen allgemeine Erkenntnisse für die Leser und unsere Arbeit abzuleiten.

Es freut uns, wenn die hier angebotenen Inhalte in Unternehmen die Diskussionen um Transparenz bereichern.

Dr. Volker Klenk, Managing Partner, Klenk & Hoursch AG
Herausgeber und Autor des Buches Corporate Transparency,
im November 2007